Was ist der Mensch?

(HAD) Der erste Text zur Beförderung von Humanistik, der auf dieser neuen Homepage für die noch imaginierte Publikationsform „humanismus aktuell online“ veröffentlicht wird, stammt von Gerald Wolf. Er trägt den Untertitel „Erkenntnis und Glauben – und die Grenzen“. Der renommierte Magdeburger Hirnforscher (Jg. 1943) beschäftigt sich in diesem Text mit Fragen des Zusammenhangs von objektiven physiologischen Vorgängen im Gehirn und subjektiven Glaubensannahmen an Religion, speziell denen, die einen Gott haben.

Humanismus und Geschlecht

Rezension eines neuen Buches von Judith Butler.

Hilal Sezgin: Die kalifornische Philosophin Judith Butler ist der Schrecken jedes ordentlichen Humanismus. Anfang der neunziger Jahre störte sie die feministische Szene mit ihrem Buch „Gender Trouble“ („Das Unbehagen der Geschlechter“) auf: Darin stellte sie nicht nur die Geschlechterrollen in Frage, sondern gleich die Zweigeschlechtlichkeit selbst. Weniger ging es Butler darum, Frauen (und Männer) aus irgendeinem System zu befreien. Vielmehr will sie untersuchen, was aus uns diversen, vielgestaltigen Menschenwesen überhaupt Subjekte macht, die man in die Schubladen Mann oder Frau einsortieren kann. ...

Humanismus – ein Fehlschluss?

Viele Humanisten, Agnostiker und Atheisten berufen sich auf Charles Darwin als den naturwissenschaftlichen Theoretiker, der dem Glauben den Boden entzogen hat.

Viele Humanisten, Agnostiker und Atheisten berufen sich auf Charles Darwin als den naturwissenschaftlichen Theoretiker, der dem Glauben den Boden entzogen hat. Darwin war viele Jahre tief gläubig. Doch im Zuge seiner Forschungen verliert er schrittweise den Glauben an Gott. Abgelöst wird der Gottesglaube durch einen humanistischen Glauben an eine „Philantropie“, bei der der Mensch in den Mittelpunkt gestellt wird.

Der Berliner Philosoph Volker Gerhard, ein ausgewiesener Darwin-Kenner, weist auf, dass nicht nur Darwin, sondern auch der Humanismus insgesamt gedanklichen Fehlschlüssen aufsitzt. Gerhard zeigt in seiner Analyse, dass es kein Wissen ohne Glauben geben kann. Alles Fühlen, Denken und Handeln geschieht in einem bleibenden Sinnhorizont, auf den jeder Mensch – wenn auch unbewusst – baut. Der Name für den tragenden Sinn des Ganzen ist Gott.

Humanismusperspektiven – Was ist Humanismus?

Titelbild

In der aktuellen Ausgabe der Humanismusperspektiven, der Schriftenreihe der Humanistischen Akademie Deutschland (HAD), diskutieren renommierte Wissenschaftler, Historiker und Philosophen über die Konzepte des Humanismus. Im Zentrum der Diskussionen, die auf einer Tagung im November 2008 geführt und nun als Dokumentation von der HAD herausgegeben wurden, steht die Frage, was Humanismus denn nun eigentlich sei.